Tipps & Tricks bei(m) Steuern

Hier finden Sie aktuelle Beschlüsse, Auslegungen und wichtige Grundsatzurteile rund um das Thema Steuern, die Ihnen helfen, Ihr Schiff im Wind zu halten.

Platz da! Das kann 2021 weg!

Folgende Unterlagen, die bis zum 31. Dezember 2014 erstellt wurden, können jetzt in den Reißwolf:

  • Schriftwechsel und Geschäftsbriefe
  • Versicherungspolicen (nach Ablauf)
  • Finanzberichte
  • Betriebsprüfungsberichte
  • Jahresabschlusserklärungen
  • Angebote mit Auftragsfolge
  • Bankbürgschaften und Darlehensunterlagen
  • Exportunterlagen
  • Lohnkonten
  • Mahnbescheide
  • Geschenknachweise
  • Kalkulationsunterlagen
  • Folgende Unterlagen, die bis zum 31. Dezember 2010 erstellt wurden, können Sie jetzt vernichten:
  • Jahresabschlüsse
  • Buchungsbelege, also beispielsweise Ausgangs- und Eingangsrechnungen, Kassenzettel, Lieferscheine
  • Quittungen
  • Kontoauszüge
  • Jahresbilanzen
  • Inventare
  • Kassenberichte
  • Kredit- und Steuerunterlagen
  • Prozessakten

Alle Belege und Unterlagen müssen während der gesamten Aufbewahrungszeit lesbar bleiben. Darum Vorsicht bei Originalunterlagen auf Thermokopierpapier (beispielsweise Tankrechnungen, Faxe) – sie werden mit der Zeit unlesbar. Die Originale sollten kopiert und zusammen mit der Kopie aufbewahrt werden.

Weiterhin ist zu beachten: Für Jahresabschlüsse, Bilanzen, Lageberichte und Inventare ist auf das Kalenderjahr der Erstellung abzustellen. Wurde zum Beispiel der Jahresabschluss für 2009 im Jahr 2011 erstellt, ist er ab dem Jahr seiner Erstellung zehn Jahre aufzubewahren, darf also erst ab dem 1.1.2022 vernichtet werden. Die Aufbewahrungsfrist für Verträge beginnt erst nach Ende der Vertragsdauer zu laufen.

Und: Die zehnjährige Aufbewahrungsfrist gilt nur unter der Voraussetzung, dass alle Steuerbescheide bestandskräftig sind. Das ist der Fall, wenn Sie nicht innerhalb eines Monats nach Erhalt des Steuerbescheids Einspruch eingelegt haben, der Steuerbescheid nicht vorläufig ist, und er nicht unter dem Vorbehalt der Nachprüfung steht

Virtuelle Weihnachtsfeier steuerlich real absetzen?

Teilnehmerliste führen, geselligen Charakter herstellen, Ablauf dokumentieren – und steuerliche Höchstbeträge beachten – dass müssen Chefs tun, wenn sie Ihre Corona-bedingte virtuell stattfindende Weihnachtsfeier absetzen wollen.

Weiterhin ist zu beachten: Geschenke dürfen pro Mitarbeiter nicht mehr als 60 Euro inklusive Umsatzsteuer kosten, sonst finden sie aus steuerlicher Sicht keine Anerkennung. Sollten sie an den Mitarbeiter per Post oder Kurier zugestellt werden, müssen auch die Transportkosten bzw. das Porto in die Gesamtkosten der Veranstaltung eingerechnet werden.

Damit die Feier als Betriebsveranstaltung gilt, müssen alle Mitarbeiter – am besten direkt als Termineinladung – zur virtuellen Weihnachtsfeier eingeladen werden. Zu einem „geselligen Charakter“ gehört ein adäquates Rahmenprogramm mit Musik, eine Ansprache der Ges

chäftsführung, gemeinsames Essen und der Austausch der Mitarbeiter untereinander. Speisen, Plätzchen und Getränke oder Dekoration etwa lassen sich vorher zustellen oder verschicken. Einfacher nachzuweisen ist ein solches Event, wenn ein externer Dienstleister dafür engagiert wurde.

Für Betriebsveranstaltungen gibt es einen maximalen Freibetrag von 110 Euro, der pro Unternehmen für je zwei Betriebsveranstaltungen im Jahr genutzt werden darf. Liegen die anteiligen Kosten inklusive Umsatzsteuer für die Betriebsveranstaltung pro Arbeitnehmer unter diesem Freibetrag, dann entsteht kein steuer- und sozialversicherungspflichtiger Arbeitslohn.

Anhebung der umsatzsteuerlichen Grenze für Kleinunternehmer ab dem 01.01.2020

Im Rahmen des Bürokratieentlastungsgesetzes III wurde ab 01.01.2020 die untere Grenze für die umsatzsteuerliche Kleinunternehmerregelung von EUR 17.500,– auf nunmehr EUR 22.000,– angehoben. Dies bedeutet, dass, wenn der Unternehmer im vorangegangenen Kalenderjahr nicht mehr als EUR 22.000,– Gesamtumsatz erzielt hat und zudem im laufenden Kalenderjahr voraussichtlich nicht mehr als EUR 50.000,– erzielen wird, er umsatzsteuerlich als Kleinunternehmer gilt.

Was dies im Einzelnen für Sie bedeutet, erläutern wir Ihnen gerne in einem persönlichen Gespräch.

Registrierung Elektronischer Kassen

Nutzen Unternehmer elektronische Kassensysteme oder Registrierkassen, so haben sie dafür Sorge zu tragen, dass das genutzte System den neuen gesetzlichen Anforderungen entspricht und zudem mit einer sog. zertifizierten technischen Sicherheitseinrichtung (TSE) ausgerüstet ist. Die TSE ist ein Schutz vor Manipulationen der Kassendaten. Sie signiert Belege und speichert digitale Aufzeichnungen nach Vorgabe des Gesetzgebers.

Elektronische Kassensysteme müssen grundsätzlich ab dem 01.01.2020 über eine zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung (TSE) verfügen. Diese Frist wurde mit Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) vom 06.11.2019 bis zum 30.09.2020 verlängert.

Lieferungen und Leistungen innerhalb der EU

Nach den aktuell geltenden Regelungen müssen  bei innergemeinschaftlichen Lieferungen und Leistungen bereits bei Bestellung bzw. Auftragserteilung gültige USt-ID Nrn beider Geschäftspartner vorliegen. Diese sind zudem auf ihre Gültigkeit hin zu überprüfen, was über das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) auf deren Website möglich ist. Liegen die USt-Id Nrn nicht vor und sind diese nicht geprüft, bevor die Ware versandt wird bzw. bevor die Leistung erbracht wird, so ist die Rechnung mit den entsprechend gültigen Umsatzsteuer (USt) des EU-Landes des Lieferanten zu erstellen. In der Folge ist für den Abnehmer ein Vorsteuerabzug erst über das Vorsteuervergütungsverfahren möglich.

Registrierungspflicht von Stromerzeugungsanlagen (MaStR)

Alle Betreiber von Stromerzeugungsanlagen (z.B. Photovoltaikanlagen, BHKW’s) sind verpflichtet, sich selbst und ihre Anlagen im MaStR-Webportal  https://www.marktstammdatenregister.de/MaStR zu registrieren. Damit können die Zahlungen wie Einspeisevergütungen, Förderungen und Zuschläge nach EEG oder KWKG weiterhin ohne Abzüge ausbezahlt werden. Bei Anlagen, die vor dem Start des Webportals in Betrieb genommen wurden, gilt in der Regel eine Frist von zwei Jahren. Für Neuanlagen gilt nach Inbetriebnahme eine Frist zur Registrierung von einem Monat.

 

Halbierung des Bruttolistenpreises als Bemessungsgrundlage bei der 1%-Regelung (Privatnutzung von Elektro- und Hybrid- fahrzeugen)

Für Elektro- und Hybridfahrzeuge, welche im Zeitraum vom 01.01.2019 bis 31.12.2021 angeschafft werden, gilt für die private PKW-Nutzung eines betrieblichen Fahrzeuges eine Bemessungsgrundlage von ½ des Bruttolistenpreises x 1%.

Brexit

Die Briten gehen von Bord

Das Vereinigte Königreich Großbritannien und Nordirland sind am 1.1.2021 von Bord der EU gegangen und werden künftig unter eigener Flagge segeln. Weht jetzt für mich steuerlich ein anderer Wind? Sind Auswirkungen zu befürchten, durch die mein Unternehmen Schlagseite bekommen kann? Läuft gar alles aus dem Ruder?

„Über den Wind können wir nicht bestimmen, aber wir können die Segel richten!“

Details zu den zuletzt getroffenen Vereinbarungen zwischen EU und Großbritannien werden in Kürze veröffentlicht.

Getreu dieser alten Wikinger-Weisheit haben Bundesregierung und Bundestag schon ein wichtiges Segel gerichtet. Das neue Brexit-Steuerbegleitgesetz (Brexit-StBG) wird zunächst dafür sorgen, dass aus steuerlicher Sicht in Bezug auf den Brexit nichts aus dem Ruder läuft. Anders ausgedrückt: Es soll die gravierendsten steuerlichen Rechtsfolgen und Nachteile, welche der Brexit mit sich bringt, verhindern. Greifen wird dieses Gesetz bei der Wegzugs- und Liquiditätsbesteuerung, der rückwirkenden Besteuerung des Einbringungsgewinns, der geförderten Altersvorsorge, Erbschaftsteuer und Grunderwerbssteuer sowie weiteren Ertragsteuer-relevanten Aspekten. Man wird also die steuerlichen Wogen glätten, die der Brexit für betroffene größere Unternehmen, Freiberufler, Gewerbetreibende, Anleger und Privatpersonen mit sich bringt. Das gilt auch für Unternehmen bzw. Gesellschaften mit britischer Rechtsform wie einer Limited, die ihren Verwaltungssitz in der BRD haben.

Noch wissen wir nicht wirklich, welchen Kurs die Briten durch den Brexit letztendlich einschlagen. Bis zum 31.12. 2020 ändert sich quasi nichts. Bis dahin wollen die EU und das Vereinigte Königreich in der sogenannten Übergangsphase ihre künftigen (Handels)Beziehungen klären. Zwar könnte es auch für diese Klärung noch eine Verlängerung geben, eines ist aber schon sicher: Mit dem Brexit, zu welchem Beziehungsmodell er auch führen wird, weht steuerlich definitiv ein anderer Wind. Denn mit dem Austritt der Briten und Nordiren aus der Europäischen Union gilt das Vereinigte Königreich steuerlich als Drittland. Als Folge werden eine Reihe von steuerlichen Begünstigungen wegfallen oder relativiert.

Das Brexit-Steuerbegleitgesetz trat mit dem vollzogenen Austritt der Briten in Kraft. Aber es ist noch nicht alles festgezurrt. Offen ist unter anderem, ob für die Briten der Status des Drittlandes erst nach der Übergangsphase gilt und ob es noch weitere Übergangsfristen – für was auch immer – geben wird. Bewahren Sie also die Ruhe! Unsere Kanzlei hat auch in puncto Brexit die Nase im Wind!

Wir werden unsere Mandanten beizeiten davon unterrichten, ob, wann und wie sie die Segel neu ausrichten müssen. Und wir werden Sie dann mit Kompetenz und Engagement durch die zu erwartende Gesetzesänderungsflut lotsen. Sollten Sie jetzt schon Fragen haben, können Sie uns gerne kontaktieren.

Neue Crew-Mitglieder

Welcome on board!

Wir sind immer auf der Suche nach Mitarbeitern, die in unserem Kielwasser fahren wollen. Bevor Sie unter fremder Flagge segeln, setzen Sie Ihre Segel auf Initiativ-Bewerbung nach Norden – und schon heißt es „Leinen los“ – denn

Wer den Hafen nicht kennt, in den er segeln will, für den ist kein Wind ein günstiger. [Seneca]

Als Kanzlei für Steuern, Restrukturierung und Planung haben wir ein ausgesprochen vertrauensvolles Verhältnis zu unseren Mandanten. Vertraulichkeit im Umgang mit allen Daten, akkurates Arbeiten und professionelles Wissen sind die wichtigsten Instrumentarien, mit denen wir unsere Mandanten von der Leistung und Qualität unserer Kanzlei überzeugen. In diesem Sinne achten und stehen wir für traditionelle Werte, uneingeschränkte Loyalität und unangefochtene Seriosität. In der Organisation und Durchführung unserer Arbeit setzen wir hingegen auf alles, was die neue Zeit 4.0 zu bieten hat, soweit es unsere Arbeit erleichtert, transparenter macht und dem Kunden nutzt. Das scheint ein gutes Konzept zu sein, denn es kommen immer neue Mandanten hinzu. Darum sind wir immer auf der Suche nach Mitarbeitern, die zu uns passen und in dieser Weise mitarbeiten wollen.

Die besondere Wertschätzung, die wir unseren Mitarbeitern entgegenbringen, bringen wir zum Beispiel mit flexiblen Arbeitszeitmodellen,  der Förderung von persönlichen Fortbildungen und der Pflege eines kollegialen Arbeitsumfeldes zum Ausdruck. Daher freuen wir uns besonders, dass uns der Steuerberaterverband Niedersachsen Sachsen-Anhalt auch im Jahr 2020 wieder mit dem Qualitätssiegel „Exzellenter Arbeitgeber“ ausgezeichnet hat. Mehr über das Qualitätssiegel „Exzellenter Arbeitgeber“ erfahren Sie hier:

https://www.steuerberater-verband.de/arbeitgebersiegel/

 

 

Alle Mitarbeiter der Kanzlei befinden sich zurzeit aus den bekannten Gründen im Homeoffice-Modus. Somit arbeiten wir für Sie weiter, sind aber nicht persönlich anzutreffen. Unseren Service halten wir selbstverständlich für Sie aufrecht – Sie erreichen uns telefonisch unter 0 49 31 / 18 98-0 und über Mail post@kanzlei-rabehl.de