Tipps & Tricks bei(m) Steuern

Hier finden Sie aktuelle Beschlüsse, Auslegungen und wichtige Grundsatzurteile rund um das Thema Steuern, die Ihnen helfen, Ihr Schiff im Wind zu halten.

2023 Steuern sparen mit neuen Regelungen

Grundfreibetrag

Der steuerliche Grundfreibetrag – das Einkommen, bis zu dem keine Steuer anfällt – steigt um 561 Euro auf 10.908 Euro jährlich.

Spitzensteuersatz

Der Spitzensteuersatz von 42 Prozent ist im kommenden Jahr ab 62.810 Euro fällig, statt wie zuvor ab 58.597 Euro.

Sparerpauschbetrag

Der Sparerpauschbetrag steigt 2023 für Ledige von zuvor 801 auf 1.000 Euro und für gemeinsam veranlagte Eheleute von 1.602 auf 2.000 Euro.

Altersvorsorgebeträge

Anders als geplant sind Altersvorsorgebeträge nun bereits ab 2023 steuerlich voll ansetzbar. Laut einem früheren Stufenplan sollten Rentenversicherungsbeiträge erst ab 2025 als Sonderausgaben absetzbar sein.

Ausbildungsfreibetrag

Der Ausbildungsfreibetrag für ein volljähriges, im Rahmen eines Studiums oder einer Ausbildung auswärtig untergebrachtes Kind steigt von zuvor 924 Euro auf nun 1.200 Euro.

Homeoffice-Pauschale

Steuerpflichtige können dauerhaft für jeden Kalendertag, an dem sie ausschließlich zuhause arbeiten, einen Betrag von sechs Euro geltend machen – ab 2023 maximal 1.260 Euro (bis zu 210 Tage à sechs Euro) statt bisher 600 Euro.

Arbeitszimmer

Vereinfacht wurde auch das Absetzen des häuslichen Arbeitszimmers: Ab 2023 gilt ein Pauschbetrag von 1.260 Euro. Bisher mussten die Arbeitszimmerkosten – maximal 1.250 Euro – nachgewiesen werden,

Anhebung AfA-Satz für Wohngebäude

Der lineare AfA-Satz für die Abschreibung von Wohngebäuden wird laut JstG 2022 bei Fertigstellung nach dem 31.12.2023 von 2 auf 3 Prozent angehoben, §7 Abs.4 EStG.

Neue Sachbezugswerte 2023

Ab Januar 2023 steigen auch die Sachbezugswerte. Der Monatswert für die Verpflegung wird von 270 Euro auf 288 Euro angehoben. Davon entfallen auf das

  • Frühstück 60 Euro,
  • Mittagessen 114 Euro
  • Abendessen 114 Euro.

Der Wert für eine als Sachbezug zur Verfügung gestellte Unterkunft wird von monatlich 241 Euro auf 265 Euro angehoben.

Solaranlagen

Künftig sollen Einnahmen aus dem Betrieb kleiner Photovoltaikanlagen bis zu einer bestimmten Leistung von der Ertragssteuer befreit sein – und zwar Anlagen mit bis zu 30 Kilowatt (peak) je Gebäude, insgesamt jedoch maximal bis zu 100 Kilowatt (peak) je Steuerpflichtigem. Für Photovoltaik-Anlagen fällt keine Mehrwertsteuer für Kauf und Installation an. Damit müssen sich die Betreiber künftig nicht mehr für oder gegen die sogenannte Kleinunternehmerregelung entscheiden. Auch ein Vorsteuerabzug entfällt damit. Für Garantie- und Wartungsverträge gelten dagegen weiterhin 19 Prozent Umsatzsteuer. Auch Reparatur und Ersatzteile sind nicht begünstigt. Unternehmerinnen und Unternehmer sollten vor der Anschaffung ihrer Anlage alle nötigen Details mit ihrer Steuerkanzlei besprechen.

Fördermittel E-Fahrzeuge

Auch 2023 gibt es noch Fördermittel für bestimmte E-Fahrzeuge wie etwa Lastenräder sowie Ladestationen – allerdings deutlich weniger als zuvor. Förderung für E-Autos erhalten künftig nur noch Privatpersonen. Die Förderung für Plug-in-Hybride fällt komplett weg, die Förderung für E-Autos wird gekürzt.

Steuern für Autogas

Wer sein Fahrzeug mit Autogas, auch bekannt als LPG, betankt, muss ab 2023 nicht mehr bezahlen. Eine Steuervergünstigung wurde nun nochmal verlängert

Neue Bewertungsverfahren für Immobilien

Durch veränderte Faktoren im Bewertungsverfahren steigen die Bemessungsgrundlagen für Immobilien und damit die Bemessungsgrenzen für die Steuerlast. Eine Erhöhung der Freibeträge ist noch in der Diskussion, die Steuerbelastung für Erben und Beschenkte könnte also deutlich höher ausfallen. Unternehmerinnen und Unternehmer sollten alle Fragen rund um die um Erbschaft- und Schenkungsteuer vorausschauend und möglichst frühzeitig mit ihrer Steuerkanzlei besprechen.

 

Nützliches Wissen rund um die Rente

Rententipp 1: Wie bekomme ich meine Rente?

Alle Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung müssen schriftlich beantragt werden. Die Deutsche Rentenversicherung empfiehlt, den Rentenantrag etwa drei Monate vor dem beabsichtigten Beginn einzureichen. Dazu wendet man sich an die Deutsche Rentenversicherung: https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Rente/Kurz-vor-der-Rente/Wie-beantrage-ich-meine-Rente/Wie-beantrage-ich-meine-Rente_detailseite.html. Dort kann man sich den Antrag herunterladen oder sich per Telefon an einen Mitarbeiter wenden, der den zukünftigen Rentner berät und unterstützt.

Rententipp 2: Muss die Rente versteuert werden?

Das kommt auf die Höhe der Rente, der Nebeneinkünfte und auf den dem Rentenbeginn an. Auf Renten entfällt grundsätzlich Einkommens-, beziehungsweise Lohnsteuer, allerdings (noch) nicht auf die ganze Rente, sondern die Differenz nach Abzug des sogenannten Rentenfreibetrages. Ausschlaggebend für dessen Berechnung bzw. des verbleibenden zu versteuerndem Anteil ist das Jahr, in dem man in Rente gegangen ist. Bis 2005 muss lediglich 50 Prozent der Bruttorente versteuert werden, danach steigt der Prozentsatz jedes Jahr an: Bis 2020 um zwei Prozentpunkte, ab 2020 um einen Prozentpunkt pro Jahr. Wer also 2022 in Rente geht, muss bereits 82 Prozent seiner Rente versteuern. Wer 2040 oder später in Rente geht, muss damit rechnen, dass die Rente voll versteuert wird.

Der Rentenfreibetrag errechnet sich aus der Jahresbruttorente und bleibt während der gesamten Rentendauer unverändert. Das gilt auch dann, wenn die Rente durch Rentenerhöhung weiter steigt. Künftige Rentenanpassungen erhöhen somit das individuelle steuerpflichtige Renteneinkommen und sind in voller Höhe steuerpflichtig.

Zudem gibt es wie im Erwerbsleben einen Grundfreibetrag. Dieser beträgt im Jahr 2022 für Alleinstehende 10.347 Euro und wird jährlich angepasst. Für Verheiratete oder in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft Lebende gilt der doppelte Wert. Bis zu dieser Summe sind alle Einkünfte steuerfrei. Zur errechneten und zu versteuernden Rente müssen Nebeneinkünfte – etwa Vermietungs- oder noch nicht versteuerte Kapitaleinnahmen – addiert werden. Auch wenn einer der zusammenveranlagten Partner Lohn bezieht oder andere Einkünfte hat, kann zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet werden. Nach Abzug der Pauschbeträge errechnet sich die zu versteuernde Rente. Liegt diese beispielsweise 2022 unter 1.263 Euro (West) monatlich, entfallen darauf keine Steuern. In komplizierten Fällen empfiehlt sich auch hier, eine Beratung über einen Verein oder Steuerberater in Anspruch zu nehmen.

Rententipp 3: Wie hoch ist die Rente?

Die Rentenlücke ist groß. Da das Rentenniveau derzeit bei 48 Prozent liegt, müssen Rentner und Rentnerinnen also mit etwas weniger als der Hälfte des bisherigen Einkommens auskommen. Auch wichtig zu wissen: Die Rentenanstalten melden die erforderlichen Daten für die Rentenbesteuerung an die Finanzverwaltung. Es werden allerdings keine Steuern direkt abgeführt, das muss über die Einkommens-, bzw. Lohnsteuererklärung vom Steuerpflichtigen selbst erledigt werden.

Rententipp 4: Mindert ein Reha-Aufenthalt die spätere Rente?

Nein – das Gegenteil ist der Fall! Während einer Rehabilitation werden die Pflichtbeiträge zu 80 Prozent des vergangenen Bruttolohns von der Rentenversicherung gezahlt, was den späteren Rentenanspruch in den meisten Fällen erhöht. Zudem kann eine erfolgreiche Reha auch die Länge der Erwerbstätigkeit erhöhen und damit eine höhere Rente erzielen.

Rententipp 5: Wie lang ist die Mindestversicherungszeit?

Das heißt, wie lange muss jemand mindestens gearbeitet haben, um Rente zu beziehen? Die reguläre Altersrente, die Regelaltersrente, können fast alle bekommen, die gearbeitet haben oder Kinder erzogen haben – und das bereits seit 1984. Denn es genügen fünf Jahre Mindestversicherungszeit (auch Wartezeit genannt) als Voraussetzung. Außerdem muss ein bestimmtes Alter erreicht sein. Die Wartezeiten für alle gesetzlichen Rentenarten sind in § 50 SGB VI geregelt.

Es gelten folgende Wartezeiten:

  • die allgemeine Wartezeit von 5 Jahren für einen Anspruch auf die Regelaltersrente oder eine Rente wegen Erwerbsminderung,
  • die allgemeine Wartezeit von 5 Jahren für einen Anspruch auf eine Rente wegen Todes,
  • die allgemeine Wartezeit von 5 Jahren gilt für einen Anspruch auf eine Regelaltersrente als erfüllt, wenn der Versicherte bis zu seiner Regelaltersgrenze eine Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit oder eine Erziehungsrente bezogen hat, oder wenn der verstorbene Versicherte bis zu seinem Tode eine Rente bezogen hat,
  • 20 Jahre Wartezeit ist Voraussetzung für einen Anspruch auf eine volle EM-Rente für Versicherte, die die allgemeine Wartezeit vor Eintritt der vollen Erwerbsminderung nicht erfüllt haben,
  • die Erfüllung der Wartezeit von 25 Jahren ist die Voraussetzung für einen Rentenanspruch für eine Altersrente für langjährig unter Tage beschäftigte Bergleute und für die Rente für Bergleute ab dem 50. Lebensjahr an
Rententipp 5: Müssen alle bis 67 arbeiten?

Das stimmt nicht ganz. Erst ab dem Geburtsjahr 1964 liegt die Regelaltersrente bei 67 Jahren. Bei den Jahrgängen 1947 bis 1963 wird die Regelaltersgrenze schrittweise angehoben. Wer bis 1946 geboren ist, ist von der Regelung nicht betroffen. Auch ein früherer Eintritt in die Altersrente ist möglich, allerdings nur mit Abschlägen.

Rententipp 7: Darf man zur Rente unbegrenzt hinzuverdienen?

Ja und nein. Ist die Regelaltersgrenze erreicht, gibt es keine Grenze mehr. Wer die Rente aber vor der Regelaltersgrenze – oder aufgrund verminderter Erwerbsfähigkeit – bezieht, darf maximal 6.300 Euro im Kalenderjahr dazu verdienen. Wer mehr verdient, kann den Rentenanspruch teilweise oder sogar ganz verlieren.

Rententipp 8: Kann man nach 45 Versicherungsjahren mit 63 in Rente gehen? Kommt darauf an. Alle vor 1953 Geborenen können nach 45 Jahren Versicherungszeit ohne Abschläge mit 63 Jahren in Rente gehen. Da das Rentenalter schrittweise angehoben wird, verschiebt sich auch hier das Eintrittsalter mit dem Geburtsjahr. Ab dem Geburtsjahr 1964 können Versicherte dann mit 65 Jahren, aber nicht vorzeitig, in Rente gehen.

Rententipp 9: Bekommen nur Frauen die Witwenrente?

Nein. Seit 1986 sind sowohl Frauen als auch Männer in der Rentenversicherung gleichberechtigt. Frauen und Männer haben Anspruch auf die Hinterbliebenenrente, wenn der Ehepartner oder die Ehepartnerin mindestens fünf Jahre lang Beiträge gezahlt hat. Im sogenannten Sterbevierteljahr, also in den ersten drei Monaten nach dem Tod, gibt es die volle Hinterbliebenenrente. Danach wird das eigene Einkommen angerechnet.

Rententipp 10: Sind die letzten Jahre vor der Rente besonders entscheidend?

Nein. Die Berechnung der Rentenhöhe setzt sich aus dem gesamten Versicherungsleben zusammen. Alle Versicherungsjahre finden Berücksichtigung und haben die gleiche Gewichtung.

Rententipp 11: Wird Kindererziehung bei der Rentenberechnung berücksichtigt?

Ja. Wer sich um die Kinder kümmert und deshalb weniger oder gar nicht arbeitet, hat trotzdem einen Rentenanspruch. „Für die Zeit der Kindererziehung werden Sie in etwa so gestellt, als hätten Sie Beiträge aufgrund des Durchschnittsverdienstes* aller Versicherten gezahlt“, erklärte die Deutsche Rentenversicherung.

Für vor 1992 geborene Kinder werden pro Kind bis zu zwei Jahren und sechs Monate an Kindererziehungszeiten gutgeschrieben. Für alle ab 1992 geborenen Kinder beträgt die Gutschrift laut Rentenversicherung bis zu 3 Jahre pro Kind. Was viele nicht wissen: Das kleine Wörtchen „bis zu“ ist hier entscheidend: Wer in seiner Erziehungszeit zu viel verdient, bekommt Abzüge. Ohne diese bringt ein Jahr Kindererziehungszeit ungefähr 34 Euro Rente pro Monat. Und auch wichtig: Die Erziehungszeiten müssen selbst beantragt werde.

* Das durchschnittliche Bruttoarbeitsentgelt aller Versicherten stellt die Bundesregierung mit Zustimmung des Bundesrates fest. Dabei stützt sie sich auf die Daten, die das statistische Bundesamt erhebt. Aktuell beträgt das jährliche vorläufige Durchschnittseinkommen 38.901 Euro.

Grundsteuer-Erklärung online - einfach machen

Für rund 36 Millionen Häuser, Wohnungen und Grundstücke in Deutschland muss die Grundsteuer neu berechnet werden. Dafür sollen und MÜSSEN Eigentümer zwischen dem 1. Juli und dem 31. Oktober 2022 eine zusätzliche Steuererklärung an das Finanzamt abgeben – und zwar online über Elster.

Die Abgabe der Grundsteuererklärung ist Pflicht. Bei Nicht-Abgabe kann das Finanzamt ein Zwangsgeld von bis zu 25.000 Euro erheben. Auch schon bei verspäteter Abgabe kann die Steuerbehörde deftige Verspätungszuschläge verlangen.

Wie das Bundesfinanzministerium verlauten lässt, seien bis zum 2. August bundesweit 2,6 Millionen Grundsteuererklärungen elektronisch an die Finanzverwaltung übermittelt worden. Zusammen mit den Steuererklärungen, die Eigentümer auf Papier eingereicht haben (nur in Ausnahmefällen möglich), seien somit geschätzt rund 2,9 Millionen Grundsteuererklärungen eingegangen. Das entspricht gerade mal einem Anteil von knapp einem Zwölftel aller Grundsteuererklärungen.

Die Zahl erscheint recht niedrig, trotzdem war das Portal auf Elster zeitweilig wegen Überlastung nicht zu erreichen. Das seit Anfang Juli neu eingerichtete Zusatzportal  https://www.grundsteuererklaerung-fuer-privateigentum.de  ist für Privatpersonen gedacht, die „einfache“ Eigentumsverhältnisse haben, also für Besitzer von Ein- oder Zweifamilienhäusern, Eigentumswohnungen und unbebauten Grundstücken. Gut 60.000 Erklärungen gingen darüber bislang ein.

Allerdings gilt es nur für elf Bundesländer. Bayern, Hamburg, Hessen, Baden-Württemberg und Niedersachsen gehen bei der Berechnung eigene Wege und arbeiten nicht nach dem Bundesmodell.

Welche Daten abgefragt werden, hängt also davon ab, in welchem Bundesland sich die Immobilie befindet. In Niedersachsen berechnet sich die Grundsteuer zukünftig nach dem sogenannten „Flächen-Lage-Modell“. Das bedeutet, nicht der Grundstückswert entscheidet über die Höhe der Grundsteuer, sondern vor allem die Grundstücks- und Gebäudeflächen. Daneben fließt aber auch ein Lage-Faktor mit ein, der sich am Standort des Grundstücks orientiert. Für die Bewertung spielen Alter und Zustand des Gebäudes keine Rolle.

Diese Formulare werden für die Grundsteuererklärung bei Elster benötigt

  • Benutzerkonto bei Elster
  • Zertifikatsdatei
  • Aktenzeichen
  • Grundbuchinformationen
  • Spezifische Informationen je nach Landesmodell

Um Elster für die Feststellungerklärung der Grundsteuer nutzen zu können, ist ein Elster-Benutzerkonto erforderlich. Eigentümer, die ihre Einkommenssteuer bereits über Elster beim Finanzamt einreichen, können den gleichen Account nutzen. Wer allerdings bisher noch kein Benutzerkonto hat, muss eines einrichten. Wichtig: Dieser Prozess kann unter Umständen mehrere Wochen dauern, da die Registrierung aus mehreren Schritten besteht. Man sollte diesen Vorgang also nicht mehr allzu lange herauszögern! Wie es auf einer Informationsseite von Elster heißt, werden für die Grundsteuer 2022 weitere Informationen zur Verfügung gestellt – unter anderem ein Chatbot und spezifische Informationen für die Länder.

Immobilie 2022 verkauft – Wer muss Erklärung abgeben?

Stichtag ist der 1.1.2022: Maßgebend sind die Eigentumsverhältnisse exakt an diesem Tag. Wurde ein Immobilie oder ein Grundstück danach oder sogar mehrfach verkauft, ist trotzdem der Eigentümer vom 1.1.2022 für die Grundsteuer-Erklärung verantwortlich. Stirbt ein Eigentümer, bevor er die Grundsteuer-Erklärung abgeben konnte, sind die Erben verantwortlich. Bei Grundstücken mit Erbbaurecht sind die Erbbauberechtigten in der Pflicht.

Gibt es mehrere Eigentümer, dann reicht es, wenn einer davon die Grundsteuer-Erklärung abgibt. Die anderen Miteigentümer müssen in der Erklärung aber aufgeführt werden.

Weitere, hilfreiche Informationen finden Abgabepflichtige hier

https://lstn.niedersachsen.de/steuer/grundsteuer/informationen-zur-vorbereitung-auf-die-erklarungsabgabe-ab-1-juli-2022-209745.html

Unser Tipp: Einfach einwählen und machen – ohne Vorbehalte. Es ist gar nicht so schwer, wie man denkt. Und wenn alle Stricke reißen – wir sind immer ein Rettungsanker!

Verzinsung von Steuernachforderungen und Erstattungen sinkt auf 0,15 Prozent/Monat

Der bei der sogenannten Vollverzinsung anzuwendende Zinssatz für Nachzahlungen und Erstattungen gemäß § 233a AO wird rückwirkend ab dem 01. Januar 2019 für alle offenen Fälle neu geregelt und sinkt auf 0,15 % pro Monat (entsprechend 1,8 % pro Jahr).

Hoher Zinssatz nicht verfassungskonform

Eine Überprüfung und ggf. Anpassung des Zinssatzes ist spätestens alle 3 Jahre vorzunehmen und soll dann auf die folgenden Verzinsungszeiträume angewandt werden. Bislang galt ein Zinssatz von 0,5 % pro Monat bzw. 6,0 % pro Jahr. Dies war jedoch mit Beschluss vom 08.07.2021 durch das Bundesverfassungsgericht als nicht mehr verfassungskonform erklärt worden.  Am 30.03.2022 hat das Bundeskabinett den entsprechenden Entwurf eines Zweiten Gesetzes zur Änderung der Abgabenordnung und des Einführungsgesetzes zur Abgabenordnung beschlossen.

Stundungs-, Hinterziehungs- und Aussetzungszinsen unverändert

Mit dieser Anpassung an das allgemeine Zinsniveau ergibt sich eine spürbare Entlastung für die Zahlungspflichtigen. Die Senkung des Zinssatzes erstreckt sich jedoch ausdrücklich nur auf Nachzahlungs- und Erstattungszinsen. Für andere Fälle von Verzinsungen wie etwa Stundungs-, Hinterziehungs- und Aussetzungszinsen gilt der bisherige Steuersatz von 0,5 % pro Monat bzw. 6,0 % pro Jahr unverändert weiter.

Nachträgliche Zinsfestsetzung durch Finanzämter

Der Erlass von Nachzahlungszinsen bei vor Fälligkeit freiwillig geleisteten Zahlungen wird im Gesetz verankert und damit auch auf die von Kommunen verwaltete Gewerbesteuer erstreckt. Aufgrund der jetzt erfolgten Neuregelung ist davon auszugehen, dass das Finanzamt nunmehr alle noch offenen Bescheide von Amtswegen ändern wird. Dies kann auch bedeuten, dass es in den Fällen, in denen bislang aufgrund der ungeklärten Rechtslage noch keine Zinsen ab dem 01.01.2019 festgesetzt wurden, nachträglich zu einer Zinsfestsetzung kommt. Steuerpflichtige mit Nachzahlungen aus solchen Fällen müssen nun damit rechnen, zur nachträglichen Zahlung der Nachzahlungszinsen aufgefordert zu werden. Bei Erstattungen hingegen ergibt sich damit eine Rückzahlung in Form der Erstattungszinsen.

https://www.bundesfinanzministerium.de/nl/f754fc17-eb1c-4d94-9d18-9982bd362213

Privater Urlaub - von der Steuer absetzbar?

Ein privater Urlaub kann nicht von der Steuer abgesetzt werden. ABER – wer klimabewusst reist, wird vom Staat mit Steuervorteilen belohnt und darf die Kosten für den CO2-Ausgleich in der Steuererklärung als Spende geltend machen.

Ökologischen Fußabdruck reduzieren hilft Steuern sparen

Wer sein Reiseziel mit dem Flugzeug ansteuert, hat zwar ein schnelles, aber auch das Verkehrsmittel mit der stärksten Klimabelastung, also dem höchsten CO2-Ausstoß, gewählt. Mittlerweile gleichen immerhin bereits zehn Prozent der Deutschen ihren Flug aus, indem sie Geld an eine Klimaschutzorganisation überweisen – quasi als Ausgleich für die hohe Umweltbelastung. Das findet der Staat super und unterstützt dieses Verhalten: Unter bestimmten Voraussetzungen kann man diesen Ausgleich als Spende von der Steuer absetzen.

Das gilt im Übrigen nicht allein für Flugreisen. Mittlerweile gibt es auch Reiseveranstalter, die neben Flugreisen auch Zug- oder Schiffsreisen inklusive Hotelaufenthalte CO2-neutral anbieten. In diesem Fall können auch die Kosten für die Kohlendioxid-Kompensation der Anreise sowie des Hotelaufenthalts abgesetzt werden.

Welche Voraussetzungen müssen eingehalten werden?

Liegt der Wert des Ausgleichs über 200 Euro, benötigen Sie in jedem Fall eine Spendenquittung. Die erhalten Sie ausschließlich von Klimaschutzorganisationen, die als gemeinnützig anerkannt sind, also als solche gekennzeichneten Vereine und Stiftungen. Nur die von diesen ausgestellte Zuwendungsbestätigung können Sie beim Finanzamt gelten machen. Bei Spenden bis 200 Euro reicht ein vereinfachter Nachweis (zum Beispiel Kontoauszug mehr dazu.

Computerhardware und Software: Abschreibung unter bestimmten Bedingungen bereits im ersten Jahr

Nach ungefähr zwanzig Jahren mit dreijähriger Abschreibungsdauer hat die Finanzverwaltung erkannt: Diese Wirtschaftsgüter unterliegen aufgrund des raschen technischen Fortschritts einem immer schnelleren Wandel! Darum wird ab 2021 die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von Computerhardware und Software zur Dateneingabe und -verarbeitung von drei Jahren auf ein Jahr verringert.

Den Kernbereich der Digitalisierung bilden die Computerhardware einschließlich der dazu gehörenden Peripheriegeräte sowie die für die Dateneingabe und -verarbeitung erforderliche Betriebs- und Anwendersoftware.

Was genau darunter zu verstehen ist, dazu nimmt das Bundesfinanzministerium in einem Schreiben ausführlich Stellung.

Der Begriff »Computerhardware« umfasst Computer, Desktop-Computer, Notebook-Computer, Desktop-Thin-Clients, Workstations, Dockingstations, externe Speicher- und Datenverarbeitungsgeräte (Small-Scale-Server), externe Netzteile sowie Peripheriegeräte.

Die für 2021 beschlossenen Abschreibungsdauer von einem Jahr kann faktisch eine Abschreibung in zwei Steuererklärungen bedeuten, denn hier wird von zwölf Monaten ausgegangen und nicht vom Kalenderjahr. Eine Sofortabschreibung ist nach wie vor nicht möglich, es sei denn, die Anschaffungskosten liegen innerhalb der Grenzen für geringwertige Wirtschaftsgüter.

Für Unternehmen findet die Änderung erstmals Anwendung in Gewinnermittlungen für Wirtschaftsjahre, die nach dem 31. Dezember 2020 enden; in Gewinnermittlungen nach dem 31. Dezember 2020 können die Grundsätze dieses Schreibens auch auf entsprechende Wirtschaftsgüter angewandt werden, die in früheren Wirtschaftsjahren angeschafft oder hergestellt wurden und bei denen eine andere als die einjährige Nutzungsdauer zugrunde gelegt wurde.

Für Arbeitnehmer und Vermieter gilt: Für den privaten Computer, private Software usw., die zur Erzielung von Einkünften verwendet werden, gilt die Änderung ab dem Veranlagungszeitraum 2021.

Weitere Informationen: https://www.bundesfinanzministerium.de/nl/1b025d60-ed4a-4dcf-b957-ee6e728146ee

Platz da! Das kann 2022 weg!

Folgende Unterlagen, die bis zum 31. Dezember 2015 erstellt wurden, können jetzt in den Reißwolf:

  • Schriftwechsel und Geschäftsbriefe
  • Versicherungspolicen (nach Ablauf)
  • Finanzberichte
  • Betriebsprüfungsberichte
  • Jahresabschlusserklärungen
  • Angebote mit Auftragsfolge
  • Bankbürgschaften und Darlehensunterlagen
  • Exportunterlagen
  • Lohnkonten
  • Mahnbescheide
  • Geschenknachweise
  • Kalkulationsunterlagen
  • Folgende Unterlagen, die bis zum 31. Dezember 2010 erstellt wurden, können Sie jetzt vernichten:
  • Jahresabschlüsse
  • Buchungsbelege, also beispielsweise Ausgangs- und Eingangsrechnungen, Kassenzettel, Lieferscheine
  • Quittungen
  • Kontoauszüge
  • Jahresbilanzen
  • Inventare
  • Kassenberichte
  • Kredit- und Steuerunterlagen
  • Prozessakten

Alle Belege und Unterlagen müssen während der gesamten Aufbewahrungszeit lesbar bleiben. Darum Vorsicht bei Originalunterlagen auf Thermokopierpapier (beispielsweise Tankrechnungen, Faxe) – sie werden mit der Zeit unlesbar. Die Originale sollten kopiert und zusammen mit der Kopie aufbewahrt werden.

Weiterhin ist zu beachten: Für Jahresabschlüsse, Bilanzen, Lageberichte und Inventare ist auf das Kalenderjahr der Erstellung abzustellen. Wurde zum Beispiel der Jahresabschluss für 2010 im Jahr 2012 erstellt, ist er ab dem Jahr seiner Erstellung zehn Jahre aufzubewahren, darf also erst ab dem 1.1.2023 vernichtet werden. Die Aufbewahrungsfrist für Verträge beginnt erst nach Ende der Vertragsdauer zu laufen.

Und: Die zehnjährige Aufbewahrungsfrist gilt nur unter der Voraussetzung, dass alle Steuerbescheide bestandskräftig sind. Das ist der Fall, wenn Sie nicht innerhalb eines Monats nach Erhalt des Steuerbescheids Einspruch eingelegt haben, der Steuerbescheid nicht vorläufig ist, und er nicht unter dem Vorbehalt der Nachprüfung steht

Anhebung der umsatzsteuerlichen Grenze für Kleinunternehmer ab dem 01.01.2020

Im Rahmen des Bürokratieentlastungsgesetzes III wurde ab 01.01.2020 die untere Grenze für die umsatzsteuerliche Kleinunternehmerregelung von EUR 17.500,– auf nunmehr EUR 22.000,– angehoben. Dies bedeutet, dass, wenn der Unternehmer im vorangegangenen Kalenderjahr nicht mehr als EUR 22.000,– Gesamtumsatz erzielt hat und zudem im laufenden Kalenderjahr voraussichtlich nicht mehr als EUR 50.000,– erzielen wird, er umsatzsteuerlich als Kleinunternehmer gilt.

Was dies im Einzelnen für Sie bedeutet, erläutern wir Ihnen gerne in einem persönlichen Gespräch.

Lieferungen und Leistungen innerhalb der EU

Nach den aktuell geltenden Regelungen müssen  bei innergemeinschaftlichen Lieferungen und Leistungen bereits bei Bestellung bzw. Auftragserteilung gültige USt-ID Nrn beider Geschäftspartner vorliegen. Diese sind zudem auf ihre Gültigkeit hin zu überprüfen, was über das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) auf deren Website möglich ist. Liegen die USt-Id Nrn nicht vor und sind diese nicht geprüft, bevor die Ware versandt wird bzw. bevor die Leistung erbracht wird, so ist die Rechnung mit den entsprechend gültigen Umsatzsteuer (USt) des EU-Landes des Lieferanten zu erstellen. In der Folge ist für den Abnehmer ein Vorsteuerabzug erst über das Vorsteuervergütungsverfahren möglich.

Halbierung des Bruttolistenpreises als Bemessungsgrundlage bei der 1%-Regelung (Privatnutzung von Elektro- und Hybrid- fahrzeugen)

Für Elektro- und Hybridfahrzeuge, welche im Zeitraum vom 01.01.2019 bis 31.12.2021 angeschafft werden, gilt für die private PKW-Nutzung eines betrieblichen Fahrzeuges eine Bemessungsgrundlage von ½ des Bruttolistenpreises x 1%.